Freitag, 31. Januar 2014

Der Feind auf meinem Teller


Dieser Artikel ist ein Gastbeitrag von meiner Lieblings-Läufer-Freundin Diana. Sie ist Personal Trainer & Copywriter aus Hamburg. Wer seinem Körper also mal was Gutes tun will (auch wenn es sich während der Trainingseinheiten vielleicht nicht so direkt danach anfühlt), der ist bei Diana bestens aufgehoben.

Nähere Infos gibt es hier: www.Koerpergold.de 
Und einen Blog gibt's auch: Koerpergold.Blogspot.de

Ich freue mich sehr über diesen authentischen Artikel. Es ist immer spannend zu hören, welche Erfahrungen andere im Umgang mit Zucker gemacht haben. Also, viel Spaß beim Lesen!



Ich mag’s, wenn Leute ein entspanntes Verhältnis zur Ernährung haben. Mich selbst zähle ich nicht dazu. Grund ist eine Phase meines Lebens, die mir plötzlich vor Augen führte, dass Essen auch böse sein kann. 

Während ich unter Hochdruck an meiner Magisterarbeit schrieb, bekam ich urplötzlich merkwürdige, unerträglich juckende Ausschläge an Armen und im Gesicht. Die überraschende Diagnose: Neurodermitis. Von da an änderte sich auch mein eher unbedarftes Verhältnis zu Essen aller Art. Insbesondere zu Zucker. Toffifee, Eiskonfekt, Schokolade und Limo – das waren ziemlich lange meine Grundnahrungsmittel. Ich glaube nicht, dass es irgendwo auf der Welt ein Kind gibt, das mehr Zucker konsumiert hat als ich. Alles, was nicht süß war, war irgendwie nicht meins. Aber diese Kombination aus vielen Süßigkeiten, Kreuzallergien und häufigen Antibiotikaeinnahmen begann sich nun Mitte zwanzig fürchterlich zu rächen. Die Therapie: eine komplette Nahrungsumstellung, die den Verzicht auf Zucker, Weißmehl und Milchprodukte zur Folge hatte. Etwa zwei Jahre lang mied ich Zucker wie die Pest, um die unangenehmen Juckattacken in Schach zu halten. Leicht fiel mir das anfangs natürlich nicht. Aber der Leidensdruck war einfach zu groß, das Jucken und die Ausschläge schlimmer als das Verlangen nach Süßem. Ich gewöhnte mich dran – irgendwann. Und nach ein, zwei Monaten, war der Verzicht fast sogar schon leicht.

Eine Sitzung Akkupunktur befreite mich von meinem Leiden. Mir erschien das wie ein Wunder: die Neurodermitis war so plötzlich wieder weg wie sie gekommen war. Mein Argwohn gegenüber Zucker, den ich als heimlichen Auslöser meiner Neurodermitis verstand, aber blieb. Zu Recht, wie ich auch heute noch finde. Allerdings bin ich niemand der Zucker verteufelt – im Gegenteil: Er hat sicher seine Berechtigung und ist vermutlich besser als künstliche Süßstoffe. Nur übertreiben sollten wir’s nicht. Und da uns das die Nahrungsmittelindustrie ohnehin schon abnimmt, empfiehlt es sich, umso achtsamer sein. Wenn ich auf Zucker verzichten kann, dann tu ich’s, aber es gibt Dinge – Schokolade zum Beispiel – da gehört er für mich dazu. Und dann kann ich auch nach Herzenslust genießen. 

Was für mich absolut verzichtbar ist:

• Zuckerhaltige Getränke
• Zucker im Tee oder Kaffee
• Fertigprodukte
• Gewürzmischungen
• Fruchtjoghurts mit verschwindend geringem Frucht- und exorbitant hohem Zuckeranteil
• Fertigmüslimischungen
• Snickers, Mars, Twix und Co. – selbstgemacht schmecken solche Snacks unendlich viel besser und man weiß ganz genau, was drin ist

Was für mich absolut unverzichtbar ist:

• Schokolade
• Kuchen
• Kekse
• Eis

Hätte ich mehr Zeit und Muse, würde ich mich sicherlich auch hier mal öfter an zuckerfreien Alternativen versuchen. Insgeheim hoffe ich aber auch immer auf eine Einladung und zuckerfreie Mitbringsel von Sina. ;)

Kommentare:

  1. Das ist schon heftig und ganz schön erschreckend wie Dein Körper auf den hohen Zuckerkonsum reagiert hat...mein Freund hat auch Neurodermitis (aber kaum sichtbar, außer am Fuß) und ich hatte ihm von Deinem Artikel erzählt. Er hat bestätigt, dass es bei ihm auch viel mit Stress und Ernährung zu tun hat. Nun ist er von sich aus jemand, der nicht viel nascht (nicht weil er standhaft ist, sondern sich den Kram einfach gar nicht kauft ;-) ) und er ist auch der Meinung, dass er deswegen nicht so große Probleme mit der Haut hat.
    Meine Arbeitskollegin hat sich durch zu starken Zuckerkonsum ne Fructose-Intoleranz "angefuttert", auch nicht schön. Persönlicher Stress war ein weiterer Auslöser hierfür. Aber eure ganzen Erlebnisse zeigen ja, wie böse Zucker sein kann.
    Ich persönlich nehme Zucker zwar zu mir, aber seit Sinas zuckerfreien Phasen auf jeden Fall bewusster - und ich freue mich immer wieder leckere zuckerfreie Dinge kosten zu können :-). Aber ich glaub generell haben der Zucker und ich ein recht normales Verhältnis - wir kommen gut miteinander klar, aber in Maßen :-)

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    1. Hi Martina, ja – ich glaube, ganz genau darauf kommt es auch an: Auf das bewusste Wahrnehmen und dass man nicht blindlings alles in sich reinschaufelt, was man zu fassen bekommt. Seit diesem Neurodermitis-Erlebnis, mache ich das ähnlich wie Sina: Ich lege immer mal wieder ein paar zuckerfrei Phasen ein und sonst bemühe ich mich, meinen Schoko-, Keks- und Kuchenkonsum nicht überborden zu lassen (klappt nicht immer ;)

      Richtig mit Stresssituationen umzugehen, finde ich hingegen auch nicht so easy. Die Neurodermitis war für mich auch ein Anlass, wieder mit dem Sport anzufangen – einer der besten Stresskiller und Zucker-Jeeper-Linderer, der mir je untergekommen ist ;)

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    2. Ich glaube auch, dass man über Ernährung vieles (nicht alles) steuern kann. 2012 gab es dazu eine interessante Doku-Serie von Ernährungsspezialisten, die versucht haben, nur über die Ernährung Krankheiten zu verbessern. Das fand ich sehr spannend! Es konnte nicht alles geheilt werden. Aber vieles wurde merklich besser.

      http://www.presseportal.de/pm/7840/2269461/-mach-mich-gesund-der-ernaehrungscoach-neue-doku-serie-in-zdfneo

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  2. Hellau,

    meine Schwester war in jungen Jahren auch sehr gierig bzw. süchtig nach Süßigkeiten und sie hat damals offene Stellen an Armbeugen, Kniekehlen und Hals gehabt....es hieß damals, sie hätte Neurodermitis, meine Mutter hat immer gemeint, das käme vom Zucker und ich habs einfach nicht geglaubt, aber mittlerweile denke ich darüber auch anders und Dianas Bericht bestärkt mich in meiner Meinung.
    Grüße

    Claudia

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    1. Hey Claudia,

      ja, mir ging es damals auch so. Ich dachte, der Arzt will mich verarschen, als er mir meinen Diätplan vorlegte … Es war vor allem so, dass ich schon zuvor unglaublich viele Arzttermine über mich ergehen lassen musste und niemand so richtig wusste, was da bei mir los war. Und ich war so weit, dass ich auch einfach alles dafür getan hätte, mein Leiden wieder loszuwerden. Tatsächlich schlug diese zucker-, milch- und weizenfreie Ernährung auch sofort an. Das hat mich dann überzeugt.

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    2. Ich find's immer wieder krass zu hören, welchen Einfluss bestimmte Lebensmittel auf unseren Körper haben können...

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